LA LA LAND

R: Damien Chazelle, USA 2016

Von Tänzen und Farben – das Vermächtnis von Demy, Minnelli und Co.

Der amerikanische Regisseur Damien Chazelle machte erstmals 2014 auf sich aufmerksam, als er mit Whiplash einen modernen Musikfilm erschuf, der von Dramatik bis Ekstase alle möglichen Empfindungen auf die Leinwand brachte. In seinem nächsten Projekt – mit dem geradezu zungenbrecherischen Namen La La Land – sollte Musik abermals eine wichtige Rolle spielen. Für die Hauptrollen der Liebesgeschichte um zwei Menschen, die beide unerfüllten Träumen hinterher jagen – er  erfolgloser Jazzpianist, sie erfolglose Schauspielerin – wurden die Hollywoodstars Ryan Gosling und Emma Stone gecastet. Neben farbenprächtigen Tanzeinlagen und stimmungsvollen Zwischenliedern macht Demy wohl vor allem eines deutlich: dass er solide (Hollywood-)Filme produzieren kann.

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Filmmusicals erreichten ihren Höhepunkt in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts: Regisseure wie Vincente Minnelli, Robert Wise und Jacques Demy waren für Filmklassiker wie An American in ParisWest Side Story und Les parapluies de Cherbourg verantwortlich. Was diese Filme ausmachte? Meist stand eine Liebesgeschichte im Zentrum der Handlung, die von Gruppentanznummern, bunten Kulissen und Kostümen, sowie stimmigen Liedern untermalt wurde.

La La Land spielt genau mit diesen Motiven, wodurch eine Nostalgie hervorgerufen wird, die uns fast einen Auftritt seitens Gene Kelly vermuten lassen würde. Er macht alles richtig, um das Vorhaben zu meistern, an die klassischen Filme anzuschließen, das Ganze aber außerdem einer Modernisierung zu unterwerfen.

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Die Handlung ist schnell erzählt: Der Jazzpianist Sebastian und die Schauspielerin Mia, beide auf ihren großen Durchbruch wartend, begegnen sich zufällig in Los Angeles und das dreimal. Eine Schicksalsfügung also. Nach einem Ausflug ins Kino, um den James-Dean-Klassiker Rebel Without a Cause zu sehen, endet ihr Rendezvous mit einer märchenhaften Tanznummer beim Griffith Observatory, ebenjenem Planetarium, der als Schauplatz des zuvor gesehenen Filmes diente. Das Date gelingt, Mia und Sebastian werden ein Paar.

Doch schon bald stören die ersten Krisen das junge Glück und beide müssen sich über ihre beruflichen und privaten Zukunftspläne Gedanken machen. Und ob sich diese überhaupt miteinander vereinbaren lassen.

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Chazelles Konzept eines modernen Musicalklassikers geht jedenfalls auf. Und zwar deshalb, weil La La Land mit eingängigen Songs (v.a. City of Stars, welcher schon im Trailer für Ohrwurmgarantie sorgte), farbenprächtigen Bildern und beschwingten Tanzmoves punkten kann. Die sympathischen Hauptdarsteller (wenn mich auch Emma Stones Augenbrauen in manchen Szenen etwas verwirrten) lassen einem dann auch das 0815-Schema (er trifft sie, sie verlieben sich, sie müssen einige Hürden überstehen, etc.) verzeihen, wobei das Ende dann allerdings eh nicht dem klassischen Hollywoodkurs folgt. Die Handlung an sich bringt leider nicht wirklich was Neues auf die Leinwand, aber der Fokus liegt ohnehin viel eher auf der Inszenierung des Werkes. Und die ist immerhin sehr pompös.

Kinostart (D): 12. Jänner 2017 / Kinostart (Ö): 13. Jänner 2017

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Termine Viennale 2016: 2. November 2016

DVD-Release: 25. Mai 2017

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3 Gedanken zu „LA LA LAND

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